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Wessobrunner Gebet

unknown

Originaltext:

DE POETA

 Dat gafregin ih mit firahim

 firiuuizzo meista · Dat ero ni

 uuas noh ufhimil · noh paum

 noh pereg ni uuas · ni nohheinig

 noh sunna ni stein · noh mano

ni liuhta · noh der mareo seo ·

 Do dar niuuiht ni uuas enteo

 ni uuenteo · enti do uuas der eino

 almahtico cot manno miltisto ·

enti dar uuarun auh manake mit

inan cootlihhe geista · enti cot

 heilac · Cot almahtico · du

 himil enti erda gauuorahtos ·

enti du mannun so manac coot

 forgapi forgip mir in dino

ganada rehta galaupa ·

 enti cotan uuilleon · uuistom

 enti spahida · enti craft · tiuflun

 za uuidarstantanne · enti arc

 za piuuisanne · enti dinan uuil-

leon za gauurchanne

Neuhochdeutsch:

„Das erfuhr ich unter den Menschen als der Wunder größtes,

 Dass Erde nicht war, noch Himmel oben,

 Nicht Baum noch Berg nicht war,

 Noch [...] irgend etwas, noch die Sonne nicht schien,

 Noch der Mond nicht leuchtete, noch das herrliche Meer.

 Als da nicht war an Enden und Wenden,

 Da war der eine allmächtige Gott, der Wesen gnädigstes,

 Und da waren mit ihm auch viele herrliche Geister.

 Und Gott, der heilige [...]

 Gott, Allmächtiger, der Du Himmel und Erde erschaffen hast und den Menschen so viele gute Gaben gegeben hast. Gib mir in Deiner Gnade rechten Glauben und guten Willen, Weisheit und Klugheit und Kraft, dem Teufel zu widerstehen, und das Böse zu meiden und Deinen Willen zu verwirklichen.“